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Basis-Information zur Türkei

Amtssprache Türkei

Türkisch

Hauptstadt Türkei

Ankara

Staatsform Türkei

Parlamentar. Republik

Regierungsform Türkei

Parlamentar. Demokratie

Staatsoberhaupt Türkei

Abdullah Gül

Regierungschef Türkei

Recep Tayyip Erdoğan

Fläche Türkei

783.562 km²

Einwohnerzahl Türkei

71.517.100

Bevölkerungsdichte

87,8 Einw. pro km²

Währung Türkei

Türk Lirası

Gründung Türkei

29. Oktober 1923

Nationalfeiertag Türkei

29. Oktober

Ländervorwahl Türkei

+90

Quelle: Wikipedia


System der Sozialversicherung in der Türkei

Welche Sozialversicherungen gibt es in der Türkei?

Die staatlich erbrachten Sozialleistungen in der Türkei fallen wesentlich geringer aus als zum Beispiel in Deutschland. So liegt etwa das monatliche Kindergeld bei circa 10 €. Andere Leistungen wie Sozialhilfe oder Pflegeversicherung gibt es (noch) nicht. Um alte und pflegebedürftige Menschen kümmert sich die Familie.

Arbeiter und Angestellte mit einem Arbeitsvertrag bei einem türkischen Unternehmen werden über ihren Arbeitgeber bei der SSK (Sosyal Sigortalar Kurumu) versichert. Beamte und Angestellte in öffentlichen Betrieben sind bei der Emekli Sandigi versichert.

Für Selbstständige sowie Arbeitskräfte in der Landwirtschaft ist die Bağ-Kur zuständig. Die Versicherungen bieten Schutz bei Krankheit, Mutterschaft, Arbeitsunfällen, Behinderungen, Berufskrankheiten sowie eine (meist geringfügige) Altersversorgung. Eine Ausnahmeregelung gibt es für Arbeitnehmer, die bei einem Unternehmen mit Hauptsitz in Deutschland beschäftigt sind. Sie können weiterhin ihre Mitgliedschaft bei der deutschen Sozialversicherung beibehalten.

Das Sozialsystem soll verbessert werden. Dazu verabschiedete das türkische Parlament im April 2006 gegen teils starken Widerstand aus der Bevölkerung und seitens der Gewerkschaften zwei Gesetze zur sozialen Sicherung. Die neuen Gesetze betreffen die Reform der Renten- und Krankenversicherung sowie die Einführung einer Beihilfe zum Lebensunterhalt von Bedürftigen (ähnlich der Sozialhilfe). Vorgesehen ist unter anderem die Schaffung einer einzigen Sozialversicherungsanstalt. Sie soll die bisherigen drei Einrichtungen Emekli Sandigi, Bağ-Kur und Sosyal Sigortalar Kurumu unter einem Dach vereinigen. Zudem soll eine flächendeckende Krankenversicherung mit einem Hausarztsystem eingeführt werden. Bisher konnten die beiden Gesetze (Gesetz zur Sozialversicherungsanstalt und Gesetz zur Sozial- und Allgemeinen Gesundheitsversicherung) jedoch noch nicht umgesetzt worden.


Ausführliche Informationen zum türkischen Sozialversicherungssystem erhalten Sie auf den
Webseiten

  • des Türkischen Ministeriums für Arbeit und Soziales – Çalisma ve Sosyal Güvenlik
    Bakanligi (www.calisma.gov.tr) sowie
  • der türkischen Sozialversicherungsanstalt Sosyal Sigortalar Kurumu (www.ssk.gov.tr).

Einige Arbeitgeber, insbesondere größere Unternehmen, gewähren ihren Beschäftigten zusätzliche Leistungen im sozialen und medizinischen Bereich. Dazu zählen zum Beispiel Betriebsärzte und Krankenstationen oder freiwillige Zahlungen im Krankheits- und Todesfall und vieles mehr. Erkundigen Sie sich beim Bewerbungsgespräch danach.

Als Arbeitnehmer sind Sie in der Türkei über ihren Arbeitgeber auch unfallversichert. Die Höhe der Beiträge richtet sich nach der Wahrscheinlichkeit möglicher Unfälle. Arbeitgeber müssen zwischen 19,5 und 25 Prozent des Bruttolohnes als Beitrag zahlen, Arbeitnehmer 14 Prozent.

Krankenversicherung

Die staatliche türkische Sozialversicherung gewährt den Versicherten eine minimale medizinische Grundversorgung. Sie schließt zwar eine kostenlose Behandlung in den staatlichen Krankenhäusern ein, doch diese sind oftmals schlecht ausgestattet. Zudem gibt es lange Wartelisten. Sehr gut hingegen ist die Versorgung in den oft teuren privaten Kliniken und Arztpraxen.

Bei Arzneimitteln muss jeder Versicherte grundsätzlich einen Eigenanteil von 20 Prozent (Rentner 10 Prozent) tragen. Zudem müssen viele medizinische Leistungen vollständig selbst bezahlt werden, wie teure Medikamente und moderne Untersuchungsverfahren. Arbeitnehmer haben ab dem dritten Krankheitstag einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Hierfür müssen Sie im letzten Jahr vor der Erkrankung 120 Tage Beiträge entrichtet haben.

Die Höhe des Krankengeldes berechnet sich aus dem Durchschnitt der Lohnzahlungen in den letzten vier Monaten: Bei stationärer Behandlung wird hiervon die Hälfte ausgezahlt, bei ambulanter Behandlung sind es zwei Drittel – höchstens 18 Monate lang. Bei Unfällen mit dauerhafter Arbeitsunfähigkeit haben die Versicherten Anspruch auf eine monatliche Rente. Bei Unfällen mit Todesfolge erhalten die Hinterbliebenen monatliche Bezüge.

Reform der Krankenversicherung

Die Eckpunkte der im Jahr 2006 beschlossenen, bisher jedoch nur teilweise umgesetzten Reform der Krankenversicherung lauten:

  • Zusammenlegung der drei gesetzlichen Versicherungsanstalten zu einem „General Health Service“
  • Einbeziehung der gesamten Bevölkerung in die Krankenversicherung
  • Festlegung des Beitragssatzes auf 12,5 Prozent, wobei der Staat die Beiträge sozial Schwacher übernimmt
  • Orientierung des Mindestbeitrags am Mindestlohn; der Höchstbeitrag soll das 6,5-Fache des Mindestlohns ausmachen
  • Der Zugang zur medizinischen Versorgung soll in Zukunft davon abhängen, ob der Patient seine Beiträge tatsächlich eingezahlt hat – mit Ausnahme Bedürftiger
  • Einführung einer „Benutzergebühr“ (ähnlich wie in Deutschland) beim Aufsuchen von Arzt oder Krankenhaus
  • Alternativ oder zusätzlich lässt der Staat – wie zurzeit auch schon – den Abschluss einer privaten Krankenversicherungzu, die staatlich nicht abgedeckte Leistungen übernimmt.

Arbeitslosenversicherung

Das in der Türkei erst 1999 eingeführte Gesetz zur Arbeitslosenversicherung sieht grundsätzlich zwei Arten von Leistungen vor: Arbeitslosengeld und Qualifizierungsmaßnahmen. Laut Weltbank erhalten jedoch bislang nur vier Prozent der Arbeitslosen auch tatsächlich Leistungen aus dem Arbeitslosenfonds. Die Höhe des Arbeitslosengeldes richtet sich nach dem Durchschnittsverdienst der letzten vier Monate und beträgt 50 Prozent des Durchschnittslohns.

Allerdings darf die Leistung des Arbeitslosengeldes nicht höher als der Mindestlohn (562,50 YTL/301 € für Arbeitnehmer über 16 Jahren, 2007) sein. Die Leistungsdauer richtet sich danach, wie viele Tage der Arbeitnehmer in den letzten drei Jahren Beiträge entrichtet hat: Bei 600 Tagen Beitragszahlung besteht ein Anspruch auf 180 Tage, bei 900 Tagen auf 240 Tage und bei 1.080 Tagen maximal auf 300 Tage. Zudem muss der Arbeitnehmer die letzten 120 Tage vor dem Leistungsbezug ununterbrochen in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis gestanden haben. Für die Dauer des Leistungsbezugs übernimmt die Arbeitslosenversicherung die Beiträge zur Kranken- und Mutterschutzversicherung.

Rentenversicherung

Arbeiter und Angestellte mit einem Arbeitsvertrag bei einem türkischen Unternehmen werden über ihren Arbeitgeber bei der

Sosyal Sigortalar Kurumu (SSK) versichert
Tel.: +90 (0) 312/